Unser Gesundheitsblog
Multiple Sklerose:
Die Krankheit mit den
vielen Gesichtern
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Multiple Sklerose:
Die Krankheit mit den
vielen Gesichtern
Gesundheitsblog Januar 2020
Multiple Sklerose: Die Krankheit mit den vielen Gesichtern
Sie ist nach wie vor eine rätselhafte Krankheit. 1000 Gesichter habe sie, sagen Neurologen. Die Rede ist von der Multiplen Sklerose, kurz MS genannt, an der weltweit rund 2,5 Millionen Menschen erkrankt sind. Damit zählt sie zu den häufigsten chronisch-entzündlichen Erkrankungen des sogenannten Zentralnervensystems (ZNS). Welche Symptome es gibt, wie der Krankheitsverlauf aussieht und welche Therapiemöglichkeiten es gibt, lesen Sie hier.
Welche Symptome sind typisch für MS?
Multiple Sklerose tritt in den meisten Fällen völlig unerwartet auf. Die ersten Anzeichen entwickeln sich oftmals relativ rasch innerhalb von Tagen oder gar Stunden. Das Beschwerdebild kann dabei ganz unterschiedlich ausfallen: Bei manchen Betroffenen zeigen sich nur wenige Symptome, bei anderen wiederum mehrere gleichzeitig, weshalb Neurologen auch von der Krankheit mit 1000 Gesichtern sprechen. Folgende Symptome können auf eine Multiple Sklerose hindeuten:
- Gefühlsstörungen in den Beinen
- Starke Ermüdung / Erschöpfung
- Unsicherheit beim Stehen und Gehen
- Darmentleerungsstörungen
- Sehstörungen, insbesondere auf nur einem Auge
- Kraftlosigkeit in den Beinen
- Gefühlsstörungen in den Armen
- Muskelverkrampfungen beim Gehen
Seltener:
- Kraftlosigkeit in den Armen
- Lähmungen und/oder Gefühlsstörungen im Gesicht
- Blasenentleerungsstörungen
- Sprachstörungen
- Einseitige Lähmungserscheinungen des Körpers
- Schmerzen
Übrigens:
Allein Deutschland leben mehr als 200.000 Menschen mit Multipler Sklerose, Tendenz steigend. Frauen erkranken deutlich häufiger als Männer. Warum das so ist, ist bisher nicht abschließend geklärt. Die Krankheit beginnt meist im frühen Erwachsenenalter zwischen 20 und 40 Jahren, kann jedoch jederzeit auch früher oder später auftreten.
Wie wird Multiple Sklerose behandelt?
Bislang ist MS zwar nicht heilbar, die Behandlung der Symptome kann aber die Beschwerden während eines Schubes verringern. Zudem kann sie das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen und erneuten Schüben vorbeugen. Die Therapie stützt sich dabei in den meisten Fällen auf vier Säulen:
- Schubtherapie: Bei einem akuten Schub verabreicht der Arzt dem Patienten hochdosiertes Kortison. Darüber hinaus hat sich die sogenannte Plasmapherese, eine Art Blutwäsche bewährt.
- Basistherapie: Diese langfristige Immuntherapie zielt darauf ab, die Häufigkeit und Schwere von Schüben zu reduzieren. Dafür werden unter anderem Medikamente eingesetzt, die das Immunsystem davon abhalten sollen, die Myelinscheide anzugreifen.
- Symptomatische Therapie: Die Behandlung unspezifischer Beschwerden wie beispielsweise Depressionen, Blasen- oder Darmentleerungsstörungen, Muskelverkrampfungen, Gehstörungen, etc. wird individuell auf den Patienten abgestimmt. Einige Symptome lassen sich optimal mit Medikamenten behandeln, andere können mithilfe einer Physio- oder Ergotherapie gelindert werden.
- Rehabilitation: Um den Betroffenen möglichst schnell und nachhaltig die Rückkehr in den Alltag zu ermöglichen, können Rehabilitationsmaßnahmen in einer entsprechenden Klinik sinnvoll sein.
Was können MS-Patienten selbst tun?
Ein ausgewogener Lebensstil kann den Verlauf der Krankheit günstig beeinflussen. Deshalb sollten Betroffene versuchen, Stress weitestgehend zu vermeiden. Da Infektionen Krankheitsschübe provozieren können, sollten MS-Patienten zudem ihr Infektionsrisiko minimieren. Eine gesunde Ernährung sowie ein moderates Fitness-Training gehören genauso dazu wie Momente der Entspannung und ausreichend Schlaf.

