Unser Gesundheitsblog
Epilepsie –
Eine Krankheit mit
vielen Gesichtern
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Epilepsie –
Eine Krankheit mit
vielen Gesichtern
Gesundheitsblog März 2019
Epilepsie – Eine Krankheit mit vielen Gesichtern
Wer als Laie den Begriff Epilepsie hört, entwickelt schnell die Vorstellung eines Menschen mit verdrehten Augen, unkontrollierten Muskelzuckungen und -verkrampfungen. Zwar sind dies mögliche Anzeichen, die Krankheit ist jedoch deutlich komplexer: Epilepsie ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen des Nervensystems mit einem äußerst vielseitigen Erscheinungsbild. Bedingt durch vorübergehende Funktionsstörungen des Gehirns kommt es wiederholt zu epileptischen Anfälle ohne erkennbaren Auslöser. Die Anfälle können sehr unterschiedlich ausfallen und werden in zahlreiche verschiedene Formen eingeteilt.
Übrigens: Ein einzelner Anfall ist noch keine Epilepsie. Vielmehr können spezifische Umstände wie massiver Blutzuckerabfall oder Alkoholentzug, bei Kindern auch Fieberkrämpfe, einen einmaligen sogenannten Gelegenheitsanfall provozieren.
Die Ursachen
Epilepsien lassen sich mit Blick auf die zugrunde liegenden Ursachen in drei Gruppen einteilen:
- Epilepsie mit unbekannter Ursache (ehemals kryptogene Epilepsie). Wahrscheinlich liegt eine krankhafte Veränderung des Gehirns zugrunde. Trotz moderner Untersuchungsmethoden ist es bei Erkrankungen dieser Gruppe allerdings nicht möglich, die konkrete Ursache zu bestimmen.
- Genetische (ehemals idiopathische) Epilepsie. Nur in sehr seltenen Fällen ist von einer Vererbung einer Epilepsie auszugehen. Jedoch gibt es einige nachweisliche und vermutete genetische Veränderungen, die die Entstehung epileptischer Anfälle begünstigen. Die erhöhte Neigung allein löst dabei keinen Anfall aus, erforderlich ist immer ein äußerer Faktor wie zum Beispiel Schlafentzug, Flimmerlicht oder eine hormonelle Veränderung.
- Strukturell-metabolische (ehemals symptomatische) Epilepsie. Erkrankungen dieser Gruppe sind auf konkrete Ursachen zurückzuführen, nämlich strukturelle Veränderungen des Gehirns oder bestimmte Grunderkrankungen. Dazu zählen beispielsweise Unfallverletzungen, Entzündungen oder Durchblutungsstörungen des Gehirns, Hirntumoren, Stoffwechselerkrankungen und angeborene oder bei der Geburt erworbene Hirnschäden.

